Millardeninvestitionen der Bundeswehr könnten dem Handwerk in MV neuen Auftrieb geben
Anton HuberHandwerkssektor hofft auf Aufträge aus Bundes-Sondermitteln - Millardeninvestitionen der Bundeswehr könnten dem Handwerk in MV neuen Auftrieb geben
Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern erwartet schwieriges Jahr 2023 mit wenig Wachstum – doch Milliardeninvestitionen könnten Aufschwung bringen
Das Handwerk in Mecklenburg-Vorpommern hat ein herausforderndes Jahr 2022 mit kaum Wirtschaftswachstum hinter sich. Trotz der Stagnation sollen neue Maßnahmen und Förderzusagen die Branche in den kommenden zehn Jahren stärken. Eine Bundesinvestition in Höhe von 1,9 Milliarden Euro sowie zusätzliche Ausgaben der Bundeswehr könnten dem lokalen Handwerk dringend benötigten Schwung verleihen.
Die Handwerksbetriebe des Landes verzeichneten im vergangenen Jahr nur minimale Expansion, ohne klare Wachstumstreiber. Zwar zeigte der Kfz-Gewerbe eine leichte Erholung, doch insgesamt blieb die wirtschaftliche Entwicklung schwach. Kritiker monierten zudem die Bundespolitik im Energiesektor, die weder die Stromsteuer senkte noch Solo-Selbstständige in die aktive Rentenversicherung einbezog.
Ein Lichtblick war der Rückgang der Auftragsrückstände im Bau- und Ausbauhandwerk. Zur Förderung der Ausbildung führte das Land ein neues Stipendium für Auszubildende in Handwerksbetrieben ein und stockte die Mittel für überbetriebliche Lehrlingsprogramme und Bildungszentren auf. Zudem vereinfachte es bürokratische Hürden, indem es eine "Kleinbaugenehmigung" in die Landesbauordnung aufnahm. Für die Zukunft sieht das Bundessondervermögen vor, Mecklenburg-Vorpommern in den nächsten zehn Jahren rund 1,9 Milliarden Euro zukommen zu lassen. Ein Großteil dieser Gelder wird in das Handwerk fließen – vor allem über Aufträge der Bundeswehr, die in der Region zusätzliche 3 bis 5 Milliarden Euro investieren will. Dies könnte lokale Handwerksbetriebe mit neuen Chancen versorgen.
Die Branche in Mecklenburg-Vorpommern steht damit vor einer Phase möglichen Wandels. Mit Bundesförderung, Bundeswehr-Investitionen und verbesserten Ausbildungsbedingungen könnten sich schrittweise Besserungen abzeichnen. Doch Herausforderungen wie schwaches Wachstum und politische Kritikpunkte bleiben vorerst ungelöst.
