Sachsens Städte kämpfen mit Milliarden-Defizit und Investitionsstopp
Felix MaierGemeinden klagen über wachsende Finanzkrise - Sachsens Städte kämpfen mit Milliarden-Defizit und Investitionsstopp
Sachsens Kommunen unter Finanzdruck durch sinkende Steuereinnahmen und steigende Ausgaben
Die kommunalen Haushalte in Sachsen geraten zunehmend unter Druck: Während die Steuereinnahmen sinken, steigen die Ausgaben. Bis zum Ende des dritten Quartals 2025 hatte sich das kumulierte Haushaltsdefizit der Städte und Gemeinden auf 1,113 Milliarden Euro summiert. Als Reaktion auf die verschärfte Lage wurden Investitionen gekürzt – mit Warnungen vor langfristigen Folgen.
Im Vergleich zum Vorjahr brachen die Steuereinnahmen der sächsischen Kommunen um 58 Millionen Euro ein. Hauptgrund ist ein deutlicher Rückgang bei den Gewerbesteuereinnahmen. Besonders betroffen sind die kreisfreien Städte Dresden, Leipzig und Chemnitz.
Gleichzeitig stiegen die Ausgaben weiter an: Die Personalausgaben erhöhten sich um 103,5 Millionen Euro, die Sozialleistungen um 79 Millionen Euro. Trotz dieser Mehrausgaben sanken die Gesamtauszahlungen jedoch nur leicht – um 20 Millionen Euro.
Um die Finanzlücke zu schließen, nahmen die Kommunen im dritten Quartal zusätzliche Kredite in Höhe von 426 Millionen Euro auf. Dadurch stieg ihre Gesamtverschuldung auf 795 Millionen Euro. Die Investitionsausgaben wurden um 300 Millionen Euro gekürzt – ein Schritt, der Sorgen um die zukünftige Infrastruktur und Dienstleistungsqualität weckt.
Bert Wendsche, Präsident des Sächsischen Städtetags, warnte, dass verringerte Investitionen und Instandhaltung das regionale Wirtschaftswachstum schwächen könnten. Zudem bestehe die Gefahr, dass die kommunale Infrastruktur leide, sollte sich der Trend fortsetzen.
Die finanzielle Belastung ist ungleich verteilt: Allein Dresden, Leipzig und Chemnitz tragen mit knapp 591 Millionen Euro den Großteil des Gesamtdefizits. Angesichts steigender Kreditaufnahme und sinkender Investitionen stehen Sachsens Kommunen nun vor schwierigen Entscheidungen bei Haushalten und Dienstleistungen. Die Situation spiegelt die übergeordnete Herausforderung wider, sinkende Einnahmen mit wachsenden Ausgabenanforderungen in Einklang zu bringen.
