25 February 2026, 16:37

Hessens öffentlicher Dienst fordert 7 Prozent mehr Lohn – Tarifstreit beginnt mit Protesten

Ein Plakat mit zwei Personen vor einer Berglandschaft mit Bäumen und dem Text "Was unser Freihandel bedeutet - Britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Lohnverhandlungen - Minister warnt vor überzogenen Forderungen - Hessens öffentlicher Dienst fordert 7 Prozent mehr Lohn – Tarifstreit beginnt mit Protesten

Öffentlicher Dienst in Hessen fordert 7 Prozent mehr Lohn – Tarifverhandlungen starten diese Woche

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Gewerkschaften im öffentlichen Dienst Hessens pochen auf eine Lohnsteigerung von 7 Prozent, während diese Woche die Tarifverhandlungen beginnen. Die Forderung kommt, obwohl erst kürzlich bundesweit eine Erhöhung von 5,8 Prozent über 27 Monate vereinbart wurde. Von dem Ergebnis der Gespräche wären rund 58.000 Beschäftigte und 116.000 Beamte im Land betroffen.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) gehört zu den wichtigsten Akteuren, die die Forderungen vorantreiben. Noch vor den Eröffnungssitzungen am Freitag sind Proteste vor dem Innenministerium in Wiesbaden geplant.

Die Gewerkschaften haben neben der Lohnerhöhung weitere Forderungen aufgestellt: Dazu zählen ein zusätzlicher Urlaubstag pro Jahr für Mitglieder, ein Weihnachtsgeld in Höhe eines vollen Monatsgehalts sowie eine monatliche Aufstockung von 200 Euro für Auszubildende. Die GdP betont zudem die Notwendigkeit besserer Arbeitsbedingungen und verweist auf steigende Belastungen für Polizistinnen und Polizisten, Nachwuchssorgen und eine hohe Fluktuation in den Reihen der Behörde.

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) lehnte die Gewerkschaftsforderungen als "überzogen" ab. Er argumentierte, die Inflationsproblematik sei in früheren Abkommen bereits berücksichtigt worden, und warnte, die Verhandlungen müssten sich auf eine "nachhaltige Lösung" innerhalb des knappen Landeshaushalts konzentrieren. Die GdP wies seine Aussagen umgehend zurück und beharrte darauf, dass die aktuellen Angebote die Lebenshaltungskosten der Beschäftigten nicht ausreichend abfedern.

Weitere Verhandlungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit am 9.–10. März sowie 26.–27. März 2026 statt. Themen sind unter anderem die Bereiche Bildung, Bau, Umwelt und Polizei, mit Beteiligung großer Gewerkschaften wie ver.di, GEW, IG BAU und dbb.

Auf Bundesebene war erst am 14. Februar 2026 eine Einigung erzielt worden, die 3,5 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent sicherte. Das Abkommen umfasste zudem höhere Schichtzulagen für Pflegekräfte und Anpassungen für Auszubildende. Die hessischen Gewerkschaften argumentieren jedoch, dass die lokalen Gegebenheiten stärkere Maßnahmen erforderten.

Das Ergebnis der Verhandlungen wird direkte Auswirkungen auf Zehntausende Beschäftigte in Hessen haben. Bei einer Zustimmung würden höhere Löhne, verbesserte Urlaubsregelungen und bessere Sonderzahlungen eingeführt. Die Landesregierung hat jedoch bereits signalisiert, dass die engen Haushaltsvorgaben die endgültige Entscheidung prägen werden.