18 February 2026, 14:47

Reichsbürger-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert harte Strafen für mutmaßliche Anführer

Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf weißem Hintergrund, eingerahmt von einem schwarzen Rand, trägt die Aufschrift "Wir fordern jetzt ein Ende der Polizeigewalt" in einer modernen, einprägsamen Schriftart.

Staatsanwaltschaft fordert Haftstrafen für 'Reichsbürger'-Gruppenführer - Reichsbürger-Prozess: Staatsanwaltschaft fordert harte Strafen für mutmaßliche Anführer

Vor einem deutschen Gericht wird derzeit der Prozess gegen zwei mutmaßliche Anführer einer Reichsbürgergruppe verhandelt, denen vorgeworfen wird, eine kriminelle Vereinigung geleitet zu haben. Die Staatsanwaltschaft fordert für einen der Angeklagten eine Haftstrafe von knapp sechs Jahren, für seinen Mittäter von über vier Jahren. Das Duo muss sich wegen der Gründung eines Netzwerks verantworten, das systematisch Beamte schikaniert und finanzielle Verpflichtungen umgangen haben soll.

Die Reichsbürgerbewegung, die die Legitimität des modernen Deutschlands leugnet, hat seit 2020 rasant an Zulauf gewonnen. Aufsehen erregende Fälle – darunter die Festnahme eines Schlüsselfigurs 2022 und die Entdeckung einer bewaffneten Miliz im Jahr 2024 – haben Befürchtungen geschürt, die Gruppe könne staatliche Institutionen unterwandern.

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Die betreffende Gruppierung soll sich laut Ermittlern Ende 2020 im finanziellen und sozialen Umfeld eines 55-jährigen Angeklagten gebildet haben – eines verschuldeten Landwirts und Edelmetallhändlers. Die Organisation werde als hochgradig strukturiert beschrieben, die mit professionellen Methoden staatliche Abgaben umging und Gläubiger einschüchterte.

Über mehrere Jahre hinweg sollen die beiden Männer eine Kampagne aus Drohungen und Erpressung gegen Behörden in Thüringen orchestriert haben. Die Anklage wirft ihnen vor, Beamte mit bedrohlichen Schreiben überhäuft zu haben, um die Regierungsarbeit zu destabilisieren. Gegen den 55-Jährigen wurde Anklage wegen Gründung einer kriminellen Vereinigung sowie wegen mehrfacher Nötigung und Erpressung erhoben.

Sein 53-jähriger Mitangeklagter sieht sich einer geforderten Strafe von vier Jahren und fünf Monaten gegenüber. Die Staatsanwaltschaft argumentiert, beide hätten aus klaren politischen Motiven gehandelt, um den Rechtsstaat zu untergraben. Zu ihren Methoden zählten demnach Betrug und die systematische Schikane von Amtsträgern.

Der Fall spiegelt die wachsende Sorge über die Ausbreitung der Reichsbürgerbewegung wider. Seit 2020 ist die Zahl der Anhänger auf mehrere Tausend angestiegen, wobei dokumentierte Versuche bekannt wurden, in Polizei- und Militärstrukturen einzudringen. Die Entdeckung einer bewaffneten Miliz im Jahr 2024, die der Bewegung zugerechnet wird, unterstrich zusätzlich ihr Gewaltpotenzial.

Der Prozess macht die zunehmende Bedrohung durch organisierte Reichsbürgergruppen deutlich. Die Staatsanwaltschaft plädiert für harte Strafen und verweist auf die gezielten Bemühungen der Angeklagten, staatliche Funktionen zu sabotieren. Das Urteil wird zeigen, ob die beiden Männer für ihre mutmaßliche Rolle in dem kriminellen Netzwerk jahrelang hinter Gittern landen.