Globaler Frauenstreik 2024 fordert Gleichberechtigung und Ende der Care-Arbeitskrise

Jonas Schmidt
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Eine Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner, auf dem "Solidarität und Feminismus" steht, durch eine Straße, mit parkenden Fahrzeugen und Gebäuden im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.Jonas Schmidt

Globaler Frauenstreik 2024 fordert Gleichberechtigung und Ende der Care-Arbeitskrise

Weltweit beteiligten sich Frauen und Unterstützer:innen im März an Streiks und Protesten, um Gleichberechtigung zu fordern und männlich dominierte Machtstrukturen herauszufordern. Der globale Frauenstreik 2024 richtete sich gegen Probleme wie unbezahlte Care-Arbeit und den Gender-Pay-Gap, mit Demonstrationen in Städten wie Bremen, Berlin, Buenos Aires und New York. Die Organisator:innen präsentierten die Aktion als direkte Antwort auf strukturelle Gewalt und Ungleichheit und betonten, dass Krieg, Zerstörung und Unterdrückung tief mit patriarchalen Systemen verknüpft sind.

Inspiriert wurde die Kampagne vom historischen Frauenstreik in Island 1975, als 90 Prozent der Frauen die Arbeit niederlegten. Die diesjährige Bewegung forderte konkrete Veränderungen: die Anerkennung und Bezahlung der 72 Milliarden Stunden unbezahlter Care-Arbeit, die Frauen jährlich leisten, die Schließung der 16-prozentigen Lohnlücke zwischen den Geschlechtern sowie die verbindliche Beteiligung von Männern an der Elternzeit durch nicht übertragbare Monate. Zudem verlangten die Protestierenden stärkere Arbeitsschutzrechte, bessere Infrastruktur für Care-Arbeit und eine gerechte Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen den Geschlechtern. Die Ablehnung männlicher Gewalt und patriarchaler Strukturen stand dabei im Mittelpunkt.

In Deutschland unterstützten über 65 Organisationen den Streik, darunter UN Women Deutschland, TERRE DES FEMMES und Fridays for Future. In Bremen kam es am 9. März zu Arbeitsniederlegungen, angeführt von Gruppen wie Enough und Stillgelegt, um auf die unverzichtbare Rolle von Frauen in der Gesellschaft aufmerksam zu machen. Berlin erlebte am 8. März Demonstrationen, etwa den Zug Feministisch. Solidarisch. Gewerkschaftlich vom Oranienplatz aus, gefolgt von Kundgebungen am 9. März am Brandenburger Tor und am Bebelplatz. Ähnliche Aktionen fanden in München, Hamburg und anderen Städten statt, mit internationaler Solidarität in Metropolen wie Buenos Aires und New York.

Der Leitspruch der Bewegung – "Gewalt, Krieg und Zerstörung weltweit haben ein Geschlecht – und das ist männlich. Wir weigern uns, länger Mittäter:innen dieses Systems zu sein!" – setzte einen kämpferischen Ton. Die Organisator:innen kündigten bereits an, den nächsten globalen Frauenstreik für 2027 zu planen, mit Bremen als bestätigter Teilnehmerstadt.

Die Proteste erhöhten den Druck auf Regierungen und Institutionen, die seit Langem bestehenden Ungleichheiten bei Löhnen, Care-Arbeit und Arbeitsschutz zu bekämpfen. Mit breiter Unterstützung durch Gewerkschaften, feministische Gruppen und Klimaktivist:innen hat die Bewegung eine klare Agenda für künftige Schritte vorgelegt. Der nächste Streik 2027 wird auf den diesjährigen Forderungen aufbauen und eine systemische Veränderung anstreben – hin zu einer Gesellschaft, die Arbeit fair bewertet und gerecht verteilt.

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